Kein politischer Film im April

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Datum/Zeit
Date(s) - 05/04/2020
19:00 - 19:01

Veranstaltungsort
Z - Linkes Zentrum in Selbstverwaltung

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Ihr habt es sicher schon vermutet, der für So, 05.04.20 geplante „politische Film“ entfällt. Das Z hat bis auf weiteres geschlossen (https://z-rosenheim.org/2020/03/das-z-macht-erst-mal-zu/). Wer gerne nen Film sehen möchte, den empfehlen wir „Die Legende vom Einzeltäter – Rechter Terror in Europa“ ein 57 Minütige Doku die noch bis 01.04. in der Arte Mediathek verfügbar ist.
https://www.arte.tv/…/093712-…/die-legende-vom-einzeltaeter/
Die Dokumentation „Die Legende vom Einzeltäter – Rechter Terror in Europa“ betrachtet rechte Anschläge und Terrorakte der letzten Jahre in Europa und geht dem Narrativ des Einzeltäters kritisch nach. Nicht nur werden enge Verbindungen in die rechtsextreme und -terroristische Szene aufgezeigt, auch wird dargestellt, dass die Taten Einzelner eingebettet sind in Theorien der neuen Rechten, wie beispielsweise der AfD. Die Mär vom rechten Einzeltäter wird gerne bedient nach rassistischen Gewalttaten, Mord und rechtem Terror, auch wenn in den meisten Fällen viel dafür spricht, dass die Täter*innen in Netzwerke verwoben sind und mindestens gedanklich meistens aber weit darüber hinausgehend Unterstützung bekommen. Dies gilt nicht nur für den NSU, der trotz widersprechender Fakten offiziell als Trio eingestuft wurde. Auch der Hauptverdächtige des Mordes an Walter Lübcke und dessen Komplize waren fest mit der rechtsextremen Szene verbunden. Genauso wie der Angreifer auf eine Moschee im französischen Bayonne, der zuvor für den Front National kandidierte. Zu nennen wäre weiter der Mord an der britischen Labour-Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox. Bei all diesen und weiteren in der Dokumentation verfolgten Taten wird deutlich, dass sie sich gegen Menschen, die von Rechtsextremen zu Feinden erklärt werden richten: Gegen Migrant*innen, Jud*innen, Muslim@, Linke, Journalist*innen und Politiker*innen. Deutlich wird dabei aber auch, dass das Narrativ vom Einzeltäter auserzählt ist: Viele Mörder handeln zwar allein, aber in ihrer Weltanschauung sind sie das längst nicht mehr. Ermutigt fühlen sich all diese Gewalttäter von der neuen Rechten, die unverhohlen ihre Theorien von der Bedrohung der „weißen Rasse“ verbreitet. Die rechtsextremen Morde und Anschläge der vergangenen Jahre mögen juristisch die Taten Einzelner sein. Einzeltäter im Geiste waren diese nicht.